Alfred Harth
Music


Saxophone, Klarinetten, Trompete, Posaune, Synthesizer, Elektroniks

Alfred (zunächst nur) Harth adaptierte den Beinamen 23 in den Jahren 1+9+8+5 bis 1+9+9+4 im Zuge der diskordianischen Operation Mindfuck.


Nach einiger Zeit als Blues-Lehrling spielte er 1970 in Frankfurt mit der Band JUST MUSIC. Sie traten beim 12. Deutschen Jazz-Festival auf und verlegten eine LP bei ECM, 1002.

1974 spielte Harth mit Nicole van den Plas und Sven-Ake Johansson, etwa zur selben Zeit entwickelte sich seine Freundschaft und Zusammenarbeit mit Heiner Goebbels.

Beide spielten zusammen im SOGENANNTEN LINKSRADIKALEN BLASORCHESTER, das die Aktionen der Frankfurter Spontis (und auch der späteren Ministerposse) mit eben linksradikalen Zwischentönen untermauerte.

1976 entstand VIER FÄUSTE FÜR HANNS EISLER, die erste von mindesten sieben Platten im Duo GOEBBELS & HARTH.

Zum Teil mit Gesang von Dagmar Krause erarbeiteten sie sich strenge, radikale Musik, die die Revolution nicht mit volkstümelnden Tönen in die Massen tragen, sondern den Aufbruch in eine neue Zeit mit neuen musikalischen Formen und ihnen innewohnenden neuen gesellschaftlichen Inhalten vorantreiben wollte.

Wenn die Musik sich ändert, fallen die Mauern... was waren das für schöne Zeiten.

Die Arbeit im Duo GOEBBELS & HARTH wurde 1988 zunächst beendet. Beide spielten gleichzeitig seit 1982 mit Chris Cutler, Christoph Anders und assoziierten Freunden in der Band CASSIBER. Die Musik war spielerischer und fröhlicher als im Duo, der Einfluß von SLAPP HAPPY und HENRY COW stand hier gegen die Strenge der revolutionären Avantgarde.

Harth besann sich wieder deutlicher seiner Fähigkeiten als frei improvisierender Musiker und begab sich live und auf Schallplatten in Konfrontation und Kommunikation mit Paul Bley, Maggie Nichols, Barre Phillips, Trilok Gurtu, Mani Neumeier,Sonny Sharrock, John Zorn, Lindsay Cooper, Phil Minton, FM Einheit, Vladimir Tarasov, David Murray, Hamid Drake und anderen Einzelkämpfern für den guten Geschmack. Es soll keiner sagen, er langweile sich.

aus: ROUGH GUIDE JAZZ, 1999